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Elternschule Triple P

Elternschule Triple P

Triple P – positive Erziehung ist lernbar

Triple P ist eine Elternschule mit dem Ziel, die Kindesentwicklung zu fördern und mit kindlichem Verhalten in einer konstruktiven und nicht verletzenden Art und Weise umzugehen. Grundlage dafür ist eine angemessene Kommunikation und positive Zuwendung, um das Kind in seiner Entwicklung zu unterstützen. Kinder, die eine positive Erziehung geniessen, können ihre Fähigkeiten entwickeln, ein positives Selbstbild aufbauen und werden mit geringerer Wahrscheinlichkeit Verhaltensauffälligkeiten zeigen.

 

Grundprinzipien positiver Erziehung:

 

Für eine sichere und interessante Umgebung sorgen

Unfälle zu Hause sind eine der häufigsten Ursachen für Verletzungen bei kleinen Kindern. Eine sichere Umgebung bedeutet, dass Eltern entspannter sein können, während ihr Kind ohne die Gefahr einer Verletzung „auf Entdeckungsreise“ geht. Die Wohnung sollte für das Kind sicher sein (z.B. gefährliche Dinge ausser Reichweite stellen oder Schränke und Schubladen mit Kindersicherungen versehen). Kinder brauchen eine interessante Umgebung, die viele Möglichkeiten zum Entdecken, Erforschen, Ausprobieren und zur Entwicklung ihrer Fähigkeiten bietet. Eine Wohnung voller interessanter Dinge wird sowohl die Neugier des Kindes als auch seine Sprachentwicklung und geistige Entwicklung anregen. Kinder brauchen angemessene Beaufsichtigung. Dies bedeutet, zu jeder Zeit zu wissen, wo das Kind sich aufhält, mit wem es zusammen ist und was es tut.

 

Eine positive Lernumgebung schaffen

Eltern müssen für ihre Kinder da sein. Dies bedeutet nicht, ununterbrochen mit dem Kind zusammen zu sein, sondern da zu sein, wenn es Unterstützung und Zuwendung braucht. Wenn sich das Kind an ein Elternteil wendet, sollte man seine Tätigkeit – wenn möglich – unterbrechen und mit ihm Zeit verbringen. Das Kind sollte beim Lernen ermutigt werden, Dinge selbständig auszuprobieren.

 

Konsequentes Erziehungsverhalten zeigen

Wenn Eltern in ihrer Erziehung konsequent sind, lernen Kinder, die Verantwortung für ihr eigenes Handeln zu übernehmen, die Bedürfnisse anderer zu erkennen und Selbstdisziplin zu entwickeln. Kinder werden mit geringerer Wahrscheinlichkeit Verhaltensauffälligkeiten entwickeln, wenn ihre Eltern konstant und vorhersehbar reagieren. Konsequenz bedeutet, konstant zu handeln, sofort auf unangemessenes Verhalten zu reagieren und Kindern angemessenes Verhalten zu vermitteln. Die Individualität des Kindes kann so gewahrt bleiben. Verhält sich das Kind provozierend, sollten Eltern versuchen ruhig zu bleiben und Schreien, Schimpfwörter, Drohungen und Klapse zu vermeiden.

 

Haben Sie realistische Erwartungen!

Die Erwartungen von Eltern an ihre Kinder richten sich danach, welches Verhalten sie in Hinblick auf ein bestimmtes Alter für normal halten. Kinder sind aber Individuen, die sich unterschiedlich schnell entwickeln können. Kinder müssen einen gewissen Entwicklungsstand erreicht haben, bevor sie neue Fertigkeiten, wie das Benutzen der Toilette, das selbständige Anziehen oder Essen, erlernen können. Probleme können auftreten, wenn Eltern zu früh zu viel erwarten oder wenn sie glauben, ihr Kind müsste perfekt sein. Alle Kinder machen Fehler. Die meisten Fehler sind unbeabsichtigt.
Es ist für Eltern ebenso wichtig, realistische Erwartungen an sich selbst zu haben. Natürlich sollte man versuchen, das Beste zu geben, aber das Streben nach Perfektion wird lediglich zu Frustration und Überforderung führen.

 

Eltern sollten ihre eigenen Bedürfnisse erfüllen

Gute Eltern sein, bedeutet nicht, dass man immer präsent sein muss. Wenn die eigenen Bedürfnisse nach Intimität, Partnerschaft, Erholung und Zeit erfüllt sind, dann kann man selbst ausgeglichener und geduldiger sein.

Das Triple P und die Grundlagen dazu wurden in Brisbane, Australien, durch Matthews Sanders und Mitarbeiter an der Universität von Queensland am dortigen Parenting and Family Support Center als positives Erziehungsprogramm entwickelt. Ziel ist es, Eltern günstiges Erziehungsverhalten nahe zu bringen und dadurch kindliche Verhaltensprobleme zu reduzieren bzw. zu verhindern und eine positive ElternKind-Beziehung aufzubauen. Ein Programm zur Unterstützung der Eltern sollte die Möglichkeit bieten, auf alle Bedürfnisse individuell abgestuft einzugehen. Diesem Anspruch wird Triple P gerecht, da fünf Interventionsebenen jeweils eine steigende Intensität an Unterstützung beinhalten. Triple P basiert auf dem aktuellen klinisch-psychologischen Forschungsstand und nimmt Bezug auf verschiedene theoretische Grundlagen.

 

Rückmeldungen der Eltern

Mehrere hundert Mütter und Väter haben Triple P bereits bei uns besucht. Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser Elternschule viele Verunsicherungen der Eltern beheben, ihnen aber auch ganz konkrete Verhaltensmuster in schwierigen Situationen aufzeigen und lernen können.
Durchgängig reden die Eltern von einem entspannteren, angstfreieren, Umgang bzw. Umgangston. Sie beschreiben zunehmende Sicherheit und Zutrauen in die eigene erzieherische Kompetenz, was wiederum zu konsequenterem Verhalten führt, was wiederum für die Kinder mehr Sicherheit bedeutet, da die Umgebung und das Verhalten vorhersehbar wird. Häufig berichten Eltern bereits während der Gruppentreffen, dass einige problematische Verhaltensweisen ihrer Kinder plötzlich auf fast wundersame Weise verschwanden. Bei genauerem Nachfragen führen sie es darauf zurück, dass sie gewillt waren, genau hinzusehen und die innere Bereitschaft und das Wissen dazu hatten, bei Bedarf in angemessener Weise zu reagieren. Wir sehen also, dass bereits die Einstellung zum Thema Erziehung das Verhalten der Eltern und der Kinder beeinflusst.

Als ebenso positiv bemerken einige Eltern, dass sie wieder im Dialog über Erziehung sind und dadurch sehr viel Unterstützung durch den Partner erfahren. Die Aufgabe Erziehung wird ernster genommen und erfährt dadurch eine enorme Aufwertung. Als echte Bereicherung sehen in diesem Zusammenhang auch einige den Erfahrungsaustausch mit den anderen Eltern der Gruppe.

Ein weiterer sehr wesentlicher Aspekt ist die Sensibilisierung für die vielen Dinge im häuslichen Alltag bzw. im Verhalten der Kinder, die positiv oder eben angemessen verlaufen. D. h. der Blick wird ganz bewusst auf erwünschtes Verhalten gelenkt und dieses wird dann durch viel Lob und Aufmerksamkeit gefördert. Selbstredend, dass diese Veränderung der Sichtweise für alle Familienmitglieder äusserst angenehm ist und geradezu „lobsüchtig“ macht, wie es ein Vater formulierte. Angespornt durch die schnellen Erfolge der meist sofort einsetzbaren Strategien setzt sich also ein Rad in Bewegung, das die Familienmitglieder zueinander führt und daraus neue Möglichkeiten der Begegnung folgen.

 

Das Eltern Kind Forum bietet die Elternschule "Triple P – Positive Erziehung ist lernbar" an. Es finden fortlaufend Kurse im Eltern Kind Forum statt.