Als Voraussetzung gilt als erstes, dass die Eltern selbst ihre Grundsätze, Werte und Regeln beherzigen und mit gutem Beispiel voraus gehen.
Orientierung durch die Vermittlung von Werten
Sicherheit durch klare Regeln und Grenzen
Dass Regeln und Grenzen unverzichtbar sind, wenn Menschen gut zusammenleben wollen, dem wird kaum jemand widersprechen. Schwieriger für Eltern ist herauszufinden, welche Regeln und Grenzen in der eigenen Familie gelten sollen. Darüber muss man sprechen, zunächst als Eltern miteinander und dann mit den Kindern. Da kann es um kleine und grosse Fragen gehen:
Muss in unserer Familie jeder am Tisch sitzen bleiben, bis alle mit dem Essen fertig sind? Werden die Schularbeiten zuerst gemacht und dann gespielt? Müssen die Kinder bei der Hausarbeit helfen? Dürfen die jugendlichen Kinder ihre Garderobe selbst bestimmen? usw.
Eltern sind manchmal in Sorge, dass solche Grenzsetzungen die Entfaltungsmöglichkeiten ihrer Kinder zu sehr einschränken. Dabei übersehen sie, dass hier ein Rahmen für Kinder geschaffen wird, in dem sie sich orientieren und ihr Leben gestalten können.
Und was passiert, wenn die Regeln nicht eingehalten, die Grenzen überschritten werden? Jedes gesunde und "normale" Kind wird das versuchen. Eine ruhige und zugleich bestimmte Erinnerung ist der erste Schritt, das Benennen von Konsequenzen der zweite, die Einforderung dieser Konsequenzen der dritte.
Wichtig dabei: Konsequenzen müssen direkt und unmittelbar erfolgen, sie müssen ebenso verständlich wie sachbezogen sein und je nach Situation möglichst eine Wiedergutmachung beinhalten.
Nicht zu vergessen: Kinder brauchen Lob und Anerkennung, wenn ihnen die Einhaltung von Grenzen und Regeln gelingt. Allzu oft nehmen wir das für selbstverständlich und würdigen nicht die Anstrengung, die darin liegt.
Anleitung zu guten Konfliktlösungen
Alles zuvor Gesagte wird nicht verhindern, dass es immer wieder zu Konflikten kommt. In der Regel betrachten wir sie als Störfall. Hier ist ein Umdenken angezeigt: Konflikte sind geradezu notwendig und unerlässlich, weil sie ein Lernfeld bieten, in dem ein gutes Sozialverhalten erworben werden kann. Dafür ist die Familie ein idealer Ort. Aber wie damit umgehen, und zwar gewaltfrei?
Im ersten Schritt eines erfolgreichen "Konfliktmanagements" braucht es die Klärung der jeweiligen Situation. Dazu ist eine Zeitverschiebung oft sehr sinnvoll, weil in der aktuellen Situation heftige Gefühle eine sachliche Auseinandersetzung verhindern können.
Im zweiten Schritt macht es Sinn, Kinder mit den Folgen eines nicht angemessen gelösten Konfliktes zu konfrontieren. Z.B. Streit unter Kindern, der mit Schlägen ausgetragen wurde.
Im dritten Schritt brauchen Kinder Hilfen dazu, das falsche Verhalten einzugestehen und Unterstützung darin, sich zu entschuldigen.
Nicht zuletzt ist es oft sinnvoll, eine Wiedergutmachung, und sei sie auch nur symbolisch möglich, anzuregen.
Zum Schluss sei noch einmal ein Bogen geschlagen zur Bedeutung der Beispielfunktion von Eltern – diesmal mit einem vielleicht provozierenden, aber doch sehr bedeutungsvollen Spruch:
Man kann Kinder eigentlich gar nicht erziehen, sie machen einem doch alles nach!
Das Eltern Kind Forum bietet die Elternschule " Triple P – Positive Erziehung ist lernbar" an. Es finden fortlaufend Kurse im Eltern Kind Forum statt.