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Liebe - Grenzen - Konsequenzen

Liebe - Grenzen - Konsequenzen
Wie wachsen Kinder zu Erwachsenen heran, die einerseits friedfertig und zugleich kritikfähig sind? Welche Bedingungen brauchen Kinder, um ein gutes Sozialverhalten zu lernen?
 
Kinder brauchen Orientierung durch die Vermittlung von Werten
Kinder brauchen Sicherheit durch klare Regeln und Grenzen
Kinder brauchen Anleitung zu guten Konfliktlösungen
 

 

Als Voraussetzung gilt als erstes, dass die Eltern selbst ihre Grundsätze, Werte und Regeln beherzigen und mit gutem Beispiel voraus gehen.

 

 

Orientierung durch die Vermittlung von Werten

  • Die unantastbare Würde des Menschen – d.h. nichts anderes, als dass ich als Erwachsener ein Kind nicht beleidige, auch nicht zulasse, dass ein Kind mich respektlos behandelt, und unterbinde, dass Kinder sich untereinander beleidigen.
  • Die freie Entfaltung der Persönlichkeit, soweit nicht die Rechte anderer verletzt werden – d.h. Kinder brauchen die Erfahrung, dass Erwachsene um einen fairen Ausgleich von Interessen bemüht sind, sowohl untereinander als auch zwischen Erwachsenen und Kindern.
  • Der Schutz der körperlichen Unversehrtheit – d.h. Schläge können kein legitimes Erziehungsmittel sein, und es braucht die Einmischung von Erwachsenen, wenn Kinder sich gewalttätig auseinandersetzen.
  • Schutz des Eigentums – d.h. Kinder müssen erfahren, was dein und mein ist, sollen auch teilen lernen, und das ist nur möglich, wenn sie auch erfahren, dass ihr Anspruch auf Eigentum respektiert wird.

 

Sicherheit durch klare Regeln und Grenzen

Dass Regeln und Grenzen unverzichtbar sind, wenn Menschen gut zusammenleben wollen, dem wird kaum jemand widersprechen. Schwieriger für Eltern ist herauszufinden, welche Regeln und Grenzen in der eigenen Familie gelten sollen. Darüber muss man sprechen, zunächst als Eltern miteinander und dann mit den Kindern. Da kann es um kleine und grosse Fragen gehen:

Muss in unserer Familie jeder am Tisch sitzen bleiben, bis alle mit dem Essen fertig sind? Werden die Schularbeiten zuerst gemacht und dann gespielt? Müssen die Kinder bei der Hausarbeit helfen? Dürfen die jugendlichen Kinder ihre Garderobe selbst bestimmen? usw.

Eltern sind manchmal in Sorge, dass solche Grenzsetzungen die Entfaltungsmöglichkeiten ihrer Kinder zu sehr einschränken. Dabei übersehen sie, dass hier ein Rahmen für Kinder geschaffen wird, in dem sie sich orientieren und ihr Leben gestalten können.

Und was passiert, wenn die Regeln nicht eingehalten, die Grenzen überschritten werden? Jedes gesunde und "normale" Kind wird das versuchen. Eine ruhige und zugleich bestimmte Erinnerung ist der erste Schritt, das Benennen von Konsequenzen der zweite, die Einforderung dieser Konsequenzen der dritte.

Wichtig dabei: Konsequenzen müssen direkt und unmittelbar erfolgen, sie müssen ebenso verständlich wie sachbezogen sein und je nach Situation möglichst eine Wiedergutmachung beinhalten.

Nicht zu vergessen: Kinder brauchen Lob und Anerkennung, wenn ihnen die Einhaltung von Grenzen und Regeln gelingt. Allzu oft nehmen wir das für selbstverständlich und würdigen nicht die Anstrengung, die darin liegt.

 

Anleitung zu guten Konfliktlösungen

Alles zuvor Gesagte wird nicht verhindern, dass es immer wieder zu Konflikten kommt. In der Regel betrachten wir sie als Störfall. Hier ist ein Umdenken angezeigt: Konflikte sind geradezu notwendig und unerlässlich, weil sie ein Lernfeld bieten, in dem ein gutes Sozialverhalten erworben werden kann. Dafür ist die Familie ein idealer Ort. Aber wie damit umgehen, und zwar gewaltfrei?

Im ersten Schritt eines erfolgreichen "Konfliktmanagements" braucht es die Klärung der jeweiligen Situation. Dazu ist eine Zeitverschiebung oft sehr sinnvoll, weil in der aktuellen Situation heftige Gefühle eine sachliche Auseinandersetzung verhindern können.

Im zweiten Schritt macht es Sinn, Kinder mit den Folgen eines nicht angemessen gelösten Konfliktes zu konfrontieren. Z.B. Streit unter Kindern, der mit Schlägen ausgetragen wurde.

Im dritten Schritt brauchen Kinder Hilfen dazu, das falsche Verhalten einzugestehen und Unterstützung darin, sich zu entschuldigen.

Nicht zuletzt ist es oft sinnvoll, eine Wiedergutmachung, und sei sie auch nur symbolisch möglich, anzuregen.

Zum Schluss sei noch einmal ein Bogen geschlagen zur Bedeutung der Beispielfunktion von Eltern – diesmal mit einem vielleicht provozierenden, aber doch sehr bedeutungsvollen Spruch:

 

Man kann Kinder eigentlich gar nicht erziehen, sie machen einem doch alles nach!

 

Das Eltern Kind Forum bietet die Elternschule " Triple P – Positive Erziehung ist lernbar" an. Es finden fortlaufend Kurse im Eltern Kind Forum statt.