Was Kinder brauchen
Eine gesunde seelische Entwicklung ist von einigen wesentlichen Faktoren abhängig, die im folgenden kurz zusammengefasst sind:
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„Ich sage ja zu mir.“
Kinder brauchen Selbstvertrauen. Sie müssen wissen, dass sie an ihre Möglichkeiten glauben und auf ihre Fähigkeiten vertrauen dürfen. Sie brauchen positive Erfahrungen mit den Eltern, die sie unterstützen, loben, auch tadeln, sie ermutigen und ihnen vor allem etwas zutrauen. Zutrauen heisst, Vertrauen haben in die Fähigkeiten des anderen. Damit wird das Selbstbewusstsein gestärkt und die Entwicklung einer Ich-starken, lebensfrohen Persönlichkeit auf den Weg gebracht.
Durch Ermutigung und Bestätigung gewinnt das Kind notwendiges Selbstvertrauen.
Neben den Eltern sind es auch andere Bezugspersonen, Verwandte und Freunde, die mit ihrem Einfluss die kindliche Entwicklung prägen und viel für positive Momente im Leben des Kindes tun können.
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„Ich weiss, was ich kann.“
Im Spiel und im Austausch mit den Spielkameraden machen Kinder ihre Erfahrungen und testen dabei ihre eigenen Grenzen aus. Das Kind lernt dadurch sich selber einzuschätzen und lernt mit Enttäuschungen umzugehen. Damit wächst Selbstakzeptanz und Frustrationstoleranz. Über die Fortschritte im Spiel wird zudem das Selbstvertrauen gestärkt.
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„Ich kann etwas tun.“
Kinder brauchen Freiräume, in denen sie ihre Fantasie entfalten und ihre Kreativität entdecken können. Solche Spielräume wie Wiesen, Felder, Häuserecken, Hinterhöfe, Spielplätze, wenn sie denn genug Raum für Fantasie bieten, sind notwendig für die kindliche Entwicklung. Im freien unkontrollierten Spiel wird die Welt sinnlich erfahren, es werden eigene Regeln aufgestellt und eigene Plätze erobert. Das Kind kann seiner Fantasie freien Lauf lassen und erfährt, dass es schöpferisch etwas bewirken kann. Das ist wesentliches seelisches Rüstzeug für das spätere Leben, denn Menschen mit reichhaltiger Fantasie benötigen keine ständigen äusseren Anreize und Sensationen, um die eigene innere Leere zu bewältigen.
Kreativität und Fantasie sind der beste Schutz gegen innere Leere.
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„Ich kann auch nein sagen.“
Wie kann man in einer schwelenden Konfliktsituation "nein" sagen? Kinder müssen lernen, ihren eigenen Standpunkt zu vertreten und damit auch Widerstand in Kauf zu nehmen; auch gegenüber Erwachsenen. Das formt das Selbstbewusstsein. Streiten will gelernt sein. Das Kind muss lernen, sich zu behaupten und dazu gehört die Fähigkeit, "nein" sagen zu können.
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„Ich kann verzichten.“
So wie die Erwachsenen das Nein des Kindes akzeptieren, muss das Kind lernen, das Nein der Erwachsenen zu befolgen. Es muss lernen, sich an Regeln zu halten und es muss erfahren, dass nicht jeder Wunsch in Erfüllung gehen kann. Ein Kind, dem jeder Wunsch erfüllt wird, lernt nicht, verzichten zu können. Dies aber führt zu einer geringen Frustrationstoleranz und wird sich im späteren Leben als grosser Vorteil herausstellen. Menschen mit niedriger Frustrationstoleranz sind gefährdeter für süchtiges Verhalten.
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„Ich bin verantwortlich für das, was ich tue.“
In einem guten Familienklima werden die Eltern die Selbständigkeit des Kindes fördern, indem sie an seiner Meinung und seinen Entscheidungen interessiert sind. Gleichzeitig muss das Kind lernen, dass es selbst für die Folgen seiner Entscheidungen und seines Handelns verantwortlich ist und seinem Alter entsprechend Konsequenzen zu tragen hat.