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Kinder von

Entwicklung von 3-6 Jahren
Das Kleinkind wird zum Kind, es will Wissen und selbständig werden. Es möchte Dingen auf den Grund gehen und orientiert sich damit vermehrt in seiner Umgebung. Die ersten Freunde bekommen Bedeutung. In dieser Zeit besucht das Kind erst die Spielgruppe, dann den Kindergarten und löst sich somit auch örtlich in einem weiteren Schritt von den Eltern ab.
 
Die Phantasiewelt der Kinder ist in dieser Zeit sehr reich. Das Kind kann Geschichten erfinden und hat ein Vorstellungsvermögen, das sehr stark mit Gefühlen verbunden ist. Oft hat es unsichtbare Freunde, verwandelt sich in einen gefährlichen Drachen oder kocht ein wichtiges Essen für die ganze Familie. Das Kind verändert Erinnerungen nach seinen Phantasien, es ist ihm nicht bewusst, dass die Wahrheit anders ausgesehen hat. Von Erwachsenen wird dies oft als Lügen missverstanden. Mit der Zeit wird das Weltbild jedoch immer vielfältiger und realistischer.
 
Die Bewegung des Kindes wird schneller und geschickter. Es kann Bälle werfen, Dreirad und Fahrrad fahren, ins Wasser tauchen und Bäume hoch klettern. Das Kind beginnt erst mit wenigen Strichen und Kringel, dann mit immer mehr Detail Menschen, Häuser und Tiere zu zeichnen. Zunehmend werden Buchstaben und Zahlen interessant. Die Kinder wollen ihren Namen kennen lernen und Gegenstände zählen, die Fähigkeit zu schreiben oder rechnen reift langsam heran.
 
Eltern von Kindern in diesem Alter müssen sich oft neue Anlaufstellen suchen, wo sie ihre Fragen und Probleme anbringen können, denn Hebammen und Väter- Mütterberaterinnen wenden sich wieder den kleinen Kindern zu. Die ersten erzieherischen Wege sind eingeschlagen und Persönlichkeiten reifen heran. Viele Fragen können dadurch entstehen oder Eltern verunsichern. Spielgruppenleiterinnen und Kindergärtnerinnen geben auf Nachfrage bestimmt gerne Auskunft zum Verhalten des Kindes. Auch das Eltern Kind Forum bietet eine Gesprächsplattform und berät in erzieherischen Fragen.
 
Lernen
Die Kinder beginnen das Zeitempfinden genauer kennen zu lernen. „Gestern“ bekommt eine Bedeutung, welche das Kind zuordnen kann. Ausserdem kann das Kind Farben  unterscheiden und lernt Sprüche, Reime und Lieder auswendig. Auch wenn das Kind über ein gutes Gedächtnis verfügt, tauchen gelegentlich Erinnerungslücken auf. Es verwechselt unter Umständen die zeitliche Reihenfolge von Ereignis oder schmückt Erzählungen aus. Um sich in seiner Umgebung zu orientieren fragt das Kind sehr viel. Es will sein Wissen erweitern und sucht nach einem eigenen Standpunkt. Die Fragerei kann nervenaufreibend sein, denn Kinder wollen viele Antworten. Manchmal haben die Eltern aber keine Antwort parat oder sind mit etwas anderem beschäftigt. Hier ist Ehrlichkeit gefordert, die Eltern dürfen dem Kind sagen, dass sie die Antwort nicht wissen oder momentan keine Zeit dafür haben.
 
Das Kind kann sich jetzt immer besser ausdrücken. Es kann von der Spielgruppe oder dem Kindergarten erzählen, verwendet aufgeschnappte Schimpfwörter (nicht immer zum Gefallen der Eltern) oder übernimmt Redewendungen von Erwachsenen. Das Kind kann eigene Sätze formulieren, kann mit den Händen reden oder entwickelt Wörter, wenn es kein Wort für den Begriff kennt. Es beginnt, grammatikalische Fehler zu korrigieren.
 
Soziales Verhalten – Der Weg in die Spielgruppe / Kindergarten
Mit dem Eintritt in die Spielgruppe oder den Kindergarten wird das Kind von den Eltern getrennt. Das passiert nicht bei allen Kindern mit derselben Freude. Denn manche Kinder werden das erste Mal für eine längere Zeit von den Eltern getrennt oder haben Mühe im Umgang mit neuen Situationen. Das ist auch für die Eltern nicht leicht, denn wer lässt gerne sein weinendes Kind zurück? Meist weint das Kind nicht lange, wenn die Bezugspersonen aus dem Blickfeld sind und kann der bestehenden Gruppe zuwenden. Die Eltern können dem Kind den Abschied erleichtern, indem sie Rituale zum Abschied einführen, welche immer wieder die Selben sind und sie müssen ebenfalls das Kind loslassen können, den Abschied nicht in die Länge ziehen.
 
Gleichaltrige Freunde bekommen in dieser Zeit grössere Bedeutung. So kann das Kind jetzt seine Fähigkeiten entfalten, seine Grenzen kennenlernen, sich vergleichen, es lernt sich in eine Gruppe einzufügen und gemeinsame Ziele zu verfolgen. Denn oft gibt es Streit, Freunde werden gewechselt oder gestürzt. Das Kind soll Raum bekommen, das Streiten zu lernen. Erwachsene können sie darin stützen, mit ihnen über das Geschehene sprechen. Kinder in diesem Alter müssen erst lernen, auf andere Kinder Rücksicht zu nehmen und sich in sie hineinzuversetzen. Sie müssen zudem lernen, ein „nein“ der anderen Kinder zu akzeptieren und aufhören, wenn eines nicht mehr will.
 
Wird das Kind ungerecht behandelt, empfinden die Eltern oft so, als würden sie selber ungerecht behandelt. Wut über die Spielkameraden breitet sich aus. Viele Kinder werden von ihren Eltern aufgefordert, sich zu wehren. Diese Aufforderung bewirkt oft jedoch das Gegenteil, denn das Kind wird so erneut gedemütigt, nicht besonders förderlich für das Selbstbewusstsein. Schlimmer jedoch ist, wenn sich die Eltern einmischen. Das Kind handelt sich dadurch einen schlechteren Stand bei den anderen Kindern ein und die Eltern sind nicht dabei, wenn dem Kind noch mehr zugesetzt wird. Eltern helfen ihrem Kind, wenn sie das Selbstbewusstsein des Kindes stärken (z.B. guter Fussballer oder kreative Bastlerin), gemeinsam mit dem Kind eine angemessene Taktik überlegen, wie es sich beim nächsten Mal verhalten kann (z.B. festhalten und springen, andere zu Hilfe holen) oder dem Kind zuhören, Verständnis haben oder aus eigenen Erfahrungen erzählen. Die Befürchtung, das Kind lerne sich nicht durchzusetzen ist oft unbegründet. Es entwickelt oft eigene Strategien und ein „Rambo“ ist nicht auf Dauer in einer Gruppe beliebt.
 
Es kann aber auch vorkommen, dass den Eltern der Freund ihres Kindes nicht passt. Kinder entscheiden sich aus verschiedenen Gründen für ihre Spielkameraden, das ist oft unverständlich für die Eltern, jedoch liegt dies in der Entscheidung der Kinder. Falls die Eltern nicht damit einverstanden sind, können sie etwas mit den beiden Kindern gemeinsam unternehmen, um das Zusammenspiel beobachten zu können. Eltern entdecken vielleicht auch die guten Seiten im Spielkameraden ihres Kindes. Eltern sollen den Spielkameraden auf die Regeln in ihrem Haus aufmerksam machen und bei ihrem Kind klarstellen, wenn sie angenommene Angewohnheiten nicht dulden.